Benjamin Quabeck

„I also place myself into the service of art“ – The director Benjamin Quabeck about leadership and the art of storytelling

Dirk Dobiéy Insights, Interview 0 Comments

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“Actually I consider myself as a storyteller”, says the German movie director right at the beginning of our conversation. Except of cine films Quabeck has told his stories also in video clips, television serials and audio dramas. “The purpose of all my works was to address the unconscious of the audience and to catch them in their profoundness; to tell a story which builds up on many flats and which catches the audience in the lower flats. I wanted to turn some psychological set screws without considering myself a puppeteer. This is a mistake that is done by many people who want to tell something in a psychological way: They think they master the audience and can manipulate them. Right after the motto: “I know exactly how you guys are like”, but that’s not my point.”

Everyone who deals with Quabeck and his work recognizes quickly that his passion is the constructing of stories and this is not specific to any kind of medium or genre. First he wanted to become an actor but after a while he realized that he felt more comfortable behind the scene: “I wanted to pull the strings and to control the outcome.” Planning plays an essential role for him although it’s not an incontestable instrument: “I always have a concrete plan referring to the visual and acting implementation. I know exactly how it works for me. ”Although he has a certain imagination of the outcome he is open minded to spontaneous changes. Quite the contrary he considers that those changes are very important for building his stories. In this case intuition plays a special role. “You should not just work off your plan. The great movies develop if the directors perceive inconsistencies and take their freedom to then do it in a different way. The storyboards’ accuracy doesn’t matter here. Something is starting to resist. That can happen while writing and also while making the movie. You feel that something is wrong and either you have the power to listen to your feelings or you leave it in aspiration. This differentiation is the most difficult thing.”

For this reason the abdication of some elements, which might seem crucial, is also an important topic for the artist: “Of course it is also possible that you take wrong decisions or that you cramp on something needless which doesn’t work. Often you don’t realize the best scenes until editing. Also angriness can help in the cutting room because it preserves you from vanity and mistakes by laziness. Rather it happens in the cutting room that you take risky decisions that can surprise you as well. Ultimately you subordinate yourself to something major; in the hope to make a film that persists.” Quabeck always tries to implement this subordination collectively. Although the director is technically the head of his team this hierarchy doesn’t play an important role in his eyes: “My first value of leadership is not conducting in a vain way. All participants shall perceive that I place myself also into the service of art. This attitude means a release to many people because they realize that I don’t care too much about myself, so they do neither. I don’t permit myself any hubris.” Nevertheless he is not compliant at all and focussed on his objectives: “I am very accurate and concentrated. After the film shoot I can name precisely what I liked and what I didn’t like. It is also possible that I become louder when I notice that things don’t go well because of missing concentration or grubby work.”

This mix of purposefulness, concentration and intuitive flexibility seems to be his formula to break out of established structures. “In principle one moves in a pitched field which one tries to expand in order to create something new. At the moment when I want to tell a story I have to transfer the story into a certain universe. This universe is built up in layers. Sometimes one changes some elements […] whereby one finds other ways and conflicts. Thus you can show the people some things that they didn’t know before.”

Please access the full interview here (German only).

Trailer with excerpts from selected works of Benjamin Quabeck

 

German version / Deutsche Version

„Ich stelle mich auch selbst in den Nutzen der Kunst“ – Der Regisseur Benjamin Quabeck über Führung und die Kunst des Geschichtenerzählens

„Eigentlich sehe ich mich als Geschichtenerzähler“, lässt der deutsche Regisseur schon zu Anfang unseres Gespräches verlauten. Außer in Kinofilmen hat Quabeck seine Geschichten auch schon in Musikvideos, Fernsehserien und Hörspielen erzählt: „Das Ziel in all meinen Arbeiten war das Unbewusste des Zuschauers anzusprechen und das Publikum in der Tiefe zu erwischen; eine Geschichte zu erzählen, die noch viele Ebenen darunter trägt und den Zuschauer auch auf den unteren Ebenen noch gefangen nimmt. Ich wollte kleine psychologische Stellschrauben drehen ohne mich wie ein Puppenspieler zu fühlen. Das ist ein Fehler, den viele machen, wenn sie psychologisch erzählen wollen und meinen sie könnten den Zuschauer so leiten, als hätten sie ihn im Griff und können ihn manipulieren. Diese Illusion habe ich nicht. Nach dem Motto „Ich weiß doch genau wie ihr tickt“, darum geht es mir nicht.“

Wer sich mit Quabeck und seinem Werk auseinandersetzt, merkt schnell, dass seine Leidenschaft dem Konstruieren von Geschichten gilt und dies nicht bloß auf ein bestimmtes Genre oder Medium zugeschnitten ist. Ursprünglich wollte er Schauspieler werden, doch mit der Zeit bemerkte er, dass er sich doch eher hinter den Kulissen heimisch fühlt: „Ich wollte lieber die Fäden in der Hand halten und kontrollieren, was am Ende rauskommt.“ Dabei spielt Planung für ihn eine essentielle Rolle, ist jedoch trotzdem kein unanfechtbares Instrument: „Ich habe, sowohl was die visuelle und schauspielerische Umsetzung angeht, immer einen sehr konkreten Plan. Ich weiß genau, wie es für mich funktioniert.“ Auch wenn er schon eine ziemlich genaue Vorstellung von dem hat, was er zum Schluss erreichen will, verschließt er sich nicht vor spontanen Änderungen. Im Gegenteil, er erachtet diese als besonders wichtig, um seine Geschichten zu konstruieren. Eine besondere Rolle kommt dabei der Intuition zu: „Man darf den Plan nicht stumpf abarbeiten. Die großen Filme entstehen dann, wenn die Regisseure sich die Freiheit genommen haben etwas anders zu drehen, weil sie Ungereimtheiten bemerkt haben. Da kann das Storyboard noch so exakt sein. Irgendwas fängt an sich zu sträuben. Das passiert sowohl beim Schreiben als auch beim Drehen. Man spürt, dass etwas nicht stimmt und entweder man bringt die Kraft auf darauf zu hören, oder belässt es in guter Hoffnung beim Bestehenden. Diese Differenzierung ist das Schwierigste.“

Aus diesem Grund ist auch der Verzicht auf gewisse Elemente, von denen man sich unter Umständen nur schweren Herzens trennen kann, ein wichtiges Thema für den Künstler: „Natürlich ist es auch möglich, dass man Fehlentscheidungen trifft, oder sich an etwas Unnötiges klammert, das nicht funktioniert. Erst beim Schneiden merkt man oft, welcher Dreh einer Szene der beste war. Auch eine gewisse Wut kann im Schneideraum helfen, denn sie bewahrt vor Eitelkeit und vor Fehlern aus Faulheit. Es passiert eher im Schneideraum, dass man riskante Entscheidungen trifft, die einen selbst überraschen. Letztlich ordnet man sich etwas Größerem unter, in der Hoffnung einen Film zu machen, der bleibt.“ Diese Unterordnung ist etwas, das der Regisseur auch immer probiert kollektiv umzusetzen. Denn auch wenn er als Regisseur technisch gesehen der Chef seines Teams ist, so spielt diese Hierarchie für ihn keine wichtige Rolle: „Mein primärer Führungswert ist, dass ich das nicht auf eine eitle Art und Weise dirigiere. Alle Beteiligten sollen spüren, dass ich mich selbst auch in den Nutzen der Kunst stelle. Diese Haltung ist für viele eine Befreiung, weil sie merken, dass ich mich selbst nicht so wichtig nehme und sich somit auch selbst nicht für wichtig nehmen. Ich leiste mir nicht eine einzige Allüre.“ Trotzdem ist er alles andere als nachgiebig und hat sein Ziel stets vor Augen: „Ich bin sehr genau und konzentriert. Nach dem Dreh kann ich sehr genau benennen, was mir gefiel und was nicht. Ich kann auch mal lauter werden, wenn ich merke, dass die Dinge wegen fehlender Konzentration oder schlampiger Arbeit nicht laufen.“

Diese Mischung aus Zielstrebigkeit, Konzentration und intuitiver Flexibilität bildet sein Rezept, um aus bestehenden Strukturen auszubrechen:Im Prinzip bewegt man sich in einem abgesteckten Feld, das man versucht weiter auszudehnen und etwas Neues zu machen. Ich muss in dem Augenblick, wo ich eine Geschichte erzähle diese Geschichte immer in ein Universum verlagern. Dieses Universum baut sich Schicht für Schicht auf. Manchmal tauscht man Elemente aus […], womit sich gleich andere Konflikte und Wege finden. Auf diese Weise kann man den Menschen Dinge zeigen, die sie nicht schon kennen.“

Das gesamt Interview lesen Sie hier.


Blog post by Benjamin Stromberg
Picture and Media Source: Benjamin Quabeck

 

 

 

 

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