Ariane Berthoin Antal

“It could also be hell“ – Interview with Ariane Berthoin Antal

Thomas Koeplin Insights, Interview 0 Comments

In summer 2014 we had one of those rare discussions at the sunny but drafty courtyard of Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB):1 The talk was chastening and stimulating at the same time. Professor Ariane Berthoin Antal has spent much of her time doing scientific work for artistic intervention in organizations. We talked about her research and people that build connections between business and art. We also talked about how fragile such connections can be and what happens if art is just used to stabilize the already existing organizational environment. But the big point was if art could influence our business-oriented society in a positive way.

“I believe art and its impact will be kept to a minimum if we don’t achieve change in management and with shareholders. Some people would decide to do something very different in their life. From a negative perspective you could become more frustrated. No doubt, art is very powerful but it needs a lot to change something at the shareholders side. There is a real danger that art just feeds the system and puts even more pressure on people.”

One can see if effort to change an organization fundamentally is meant to be serious. It depends on how open-ended the effort is and on the decision maker’s behaviour. Are they ready to transform themselves? Are they ready to change their way of thinking, asking questions and instead of competing against each other? Or do they continue to desire innovations and predefined short-term results at the same time? In that case Ariane Berthoin Antal is convinced about “the existing danger, that art remains elitist and boring and finally without effect. Managers and employees still get rated on how productive and efficient they are. […] We can’t know what is going to happen if the artistic attitude and artistic acting really started affecting people. It could also be hell. […] You have to keep this in mind as a possible result of your search. Art-projects are open-ended. If you don’t stick by here you limited art before it begins.”
Nothing makes us doubt our conversation partner acts on the assumption that such an effort fails in reality. The system is too powerful to transform it from the bottom-up. Willingness by decision makers is too weak. As little as they (decision makers) believe in a fundamental change of organizations, as promising as the path of the New sounds to them: “Sometimes I think it’s better to create many new forms of organizations in order to achieve change from the outside rather than trying to change something from the inside. New networks that experiment and invite other people to experiment together, like you do. Maybe one gets kind of a butterfly-effect. This might be more effective than trying to change something in established organizations.”

 

Read the full interview with Professor Antal (German only)

“Es könnte auch die Hölle sein” – Interview mit Ariane Berthoin Antal

Im Sommer 2014 führten wir im sonnigen, aber zugigen Innenhof des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) eines jener seltenen Gespräche, die beides sind: ernüchternd und anregend zugleich. Prof. Ariane Berthoin Antal hat einen großen Teil ihrer wissenschaftlichen Arbeit der künstlerischen Intervention in Organisationen gewidmet. Mit ihr unterhielten wir uns über ihre Forschung, über Menschen, die eine Brücke zwischen Wirtschaft und der Welt der Künste bauen, und darüber, wie fragil solche Verbindungen sind und was passiert, wenn die Kunst nur dazu genutzt wird, um das Vorhandene zu stabilisieren. Vor allem aber ging es darum, wie aussichtsreich es sein kann, unsere wirtschaftlich geprägte Gesellschaft mithilfe der Kunst positiv verändern zu wollen.

„Ich glaube, wenn wir im Management und bei den Shareholdern keine Veränderung erreichen, bleiben die Auswirkungen der Kunst […] bestenfalls minimal. Einige Menschen würden sich dafür entscheiden, mit ihrem Leben etwas anderes anzufangen. Im schlimmsten Fall führt es dazu, noch mehr Frust aufzubauen. Kunst hat ohne Zweifel ein großes Potential, aber um auf der Ebene der Shareholder etwas zu verändern, braucht es mehr. Man sollte sich auch dessen bewusst sein, dass eine Gefahr darin besteht, dass die Kunst in diesem Zusammenhang einen zusätzlichen Druck auf die Menschen ausüben kann.“

Wie ernst gemeint der Versuch ist, Organisationen grundlegend zu verändern, zeigt sich am deutlichsten darin, wie ergebnisoffen der Versuch unternommen wird, und darin, wie sich die Entscheider verhalten. Sind sie bereit, sich zu verändern, ihre Art zu denken, ihre Art Fragen zu stellen, ihre Art sich zu messen? Oder beschwören sie weiterhin Innovationen, um im selben Atemzug kurzfristig messbare Ergebnisse zu fordern, die von vornherein definiert sind?

Ist letzteres der Fall, davon ist Ariane Berthoin Antal überzeugt, „besteht die Gefahr, dass die Kunst brav, langweilig und letztendlich wirkungslos bleibt, weil Management und Mitarbeiter weiterhin primär daran gemessen werden, wie produktiv und effizient sie sind. (…) Wir wissen nicht, was passiert, wenn künstlerische Haltungen und
Praktiken Menschen beeinflussen. Es könnte auch die Hölle sein. Das (…) muss als ein mögliches Ergebnis Ihrer Suche vorstellbar bleiben, denn Kunstprojekte sind ergebnisoffen. Wenn man dazu nicht steht, zähmt man die Kunst, bevor es richtig losgeht.“

Dass es der Realität in Organisationen heute näher kommt, vom Scheitern solcher Versuche auszugehen, daran lies unsere Gesprächspartnerin wenig Zweifel. Das System ist zu stark, um es nur bottom-up zu verändern. Die Bereitschaft der Entscheider aber, an einer grundlegenden Veränderung mitzuwirken, ist zu gering. So wenig Ariane Berthoin Antal bestehenden Organisationen eine grundlegende Veränderung zutraut, so vielversprechend ist für sie der Weg des Neuen: „Manchmal denke ich, vielleicht ist es auch besser, viele neue Organisationsformen zu kreieren, die das System von außerhalb in Bewegung setzen, als zu versuchen, es von innen heraus zu verändern. Neue Netzwerke, die experimentieren, so wie Sie es tun, und andere Menschen dazu einladen, mit ihnen zu experimentieren. Vielleicht erreicht man so eine Art Butterfly-Effekt. Das könnte wirkungsvoller sein als das Vorhaben, in bestehenden Organisationen etwas zu verändern.“

Lesen Sie das vollständige Interview  mit Professor Antal.


Picture Source: WZB / Prof. Dr. Ariane Berthoin Antal

Find out more about Ariane Berthoin Antal at  and about her work, for instance one of her most recent publications on the subject of artistic interventions.

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