Dr. Arthur Durham Microphotograph of Traverse Section of Wood

Making mistakes is a concept that does not exist in the arts: Professor Michael Brater on taking detours and the love of experimentation

Johanna Darbritz Insights, Interview 0 Comments

English Translation by Hendrik Achenbach
Deutsche Version unten / German version below

In an interview with Age of Artists, education research expert Michael Brater explains how mistakes cannot exist in the area of arts. He has recognized what artists share as a fundamental attitude: “It does not matter if something happens that I did not intend. The question is how I can deal with it. It is only going to be an error if I cannot handle it.” The most interesting thing is experimental “playing”, says Brater. To promote a childlike, inquiring attitude opens up new ways: “I dealt with the interesting question how artists act who have no clear reference point and no defined destination. The artists wanted to create something vague, such as a plastic, but that’s not a goal towards which they can organise their resources. Instead, the target is being created in the process. This is a crucial distinction! I do not have to have the goal first and then organise my processes. I rather just start; I can look at how the goal comes into being, I can finally perceive what has been created without me wanting it to be there from the outset. I can try things, I play with with them and see what is possible and find a path and suddenly I see the direction in which this could go. This is the creative element.” Since the 1980s, Michael Brater has been directing his research towards the point where art and business meet: “I think the importance and possibilities are not being put to use at all. […] Those who find themselves in a position where they can reduce the distance between both worlds are up to a truly important task.” Economy and society can benefit from the fresh input this approach will generate: “Once released from the cage of rationality, man can go astray, and take things back. Things do not have to be spot-on right away. Taking a detour lets you know more about a place.” At first glance, such detours appear like waste, says Brater and continues: from a distance, however, you recognise that they provide orientation and thus increase the quality of a solution. Nor forgetting the experience of going wrong is what matters.”

In the interview (only in German), you will learn which companies have already successfully embarked on an artistic strategy and understand which challenges they met along the way.

Deutsche Version / German Version

„Den Begriff Fehler gibt es im Künstlerischen nicht.“ Professor Michael Brater über Umwege und Experimentierfreude in Kunst und Wirtschaft.

Bildungsforscher Michael Brater beschreibt im Interview mit Age of Artists, dass es Fehler im künstlerischen Umfeld gar nicht gibt. Er hat bei Künstlern die eigentlich grundlegende Haltung erkannt: „Es hängt nicht davon ab, dass etwas passiert was ich nicht gewollt habe, sondern wie ich damit umgehen kann. Ein Fehler wird es erst dann, wenn ich ihn nicht bewältigen kann.“ Das eigentlich Interessante sei das experimentelle „Spielen“, wie Brater es nennt. Eine kindlich-­forschende Haltung zu fördern eröffnet neue Wege: „Mir stellte sich die interessante Frage wie Künstler handeln, die keinen klaren Bezugspunkt, kein im Voraus festgelegten Ziel haben. Die Künstler wollten etwas vages, beispielsweise eine Plastik, fertigen, aber das ist kein Ziel, auf das hin sie ihre Mittel organisieren können, sondern das Ziel entsteht im Prozess. Das ist ein entscheidender Unterschied! Ich muss nicht das Ziel zuerst haben und daraufhin meine Prozesse organisieren. Ich kann vielmehr einfach anfangen, ich kann betrachten, wie das Ziel entsteht, ich kann schließlich wahrnehmen was geworden ist, ohne dass ich das von vorneherein wollte. Ich kann ausprobieren, ich spiele damit und sehe was möglich ist und finde eine Spur und plötzlich sehe ich in welche Richtung das gehen könnte. Das ist das kreative Element.“ Michael Brater forscht bereits seit den 1980er Jahren an der Schnittstelle von Kunst und Wirtschaft: „Ich finde die Bedeutung und Möglichkeiten werden in keiner Weise ausgeschöpft. […] Jemand der Zugang findet und in der Lage ist diese getrennten Welten einander anzunähern der hat wirklich eine große Aufgabe.“ Wirtschaft und Gesellschaft können durch diesen Ansatz ganz neue Impulse erfahren: „Wenn der Mensch aus seinem rationalistischen Käfig befreit wird darf er in die Irre gehen, darf was zurücknehmen. Es muss nicht sofort auf den Punkt stimmen. Umwege erhöhen die Ortskenntnis”. Zunächst erscheinen diese Umwege unökonomisch, meint Brater und fährt fort, aber wenn man sie mit etwas Abstand betrachtet dann erkennt man, dass sie Orientierung ermöglichen und so die Qualität einer Lösung erhöhen. Es kommt darauf an, dass  man diese Fehlerfahrungen nicht wieder vergisst.“

Im Interview lesen Sie welche Unternehmen sich bereits erfolgreich auf künstlerische Strategien eingelassen haben und welche Herausforderungen es auf diesem Weg gab.


Picture Source: National Gallery of Art Dr. Arthur Durham (1850 – 1930 ), Microphotograph of Traverse Section of Wood (Salisburia), 1870s

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