Ludger Brümmer

„The Moment of Surprise Always Adheres to Creativity. You Get Surprised by Yourself.” Interview with Composer Ludger Bruemmer

Dirk Dobiéy Insights, Interview 0 Comments

Deutsche Version unten / German Version below

Composer Ludger Bruemmer was one of the first of his generation who turned towards digitally produced acoustic-electronic music. He is one of the pioneers of a music genre that is beyond growth and several transformations. Did he know that already when he started? “Artists are always associated with the present. The reception is in the past. This means that art, or what we understand as art, is always art of yesteryear. Artists also live in the present world, so it doesn’t make any sense that they should live fifty years ahead. The only thing is that they stretch further”, he says. There was never a clear defined goal of his journey: “You let yourself go into an open-ended process. The moment of surprise always adheres to creativity. You get surprised by yourself.”

During the interview with Bruemmer it becomes clear, that the aspects of emotionality and sensuousness play a decisive role in his work: “The creative process is not an end in itself and it’s not a purely cognitive activity with contents neither. It is always accompanied by emotions.” Emotions and the question of meaning lead him primarily within his ambition to transport something out into the world. “Sensuousness is a human trait that I stand for. It’s about not doing any art that is divorced from reality, but that we can connect to and ground ourselves in. Creativity is not scary to me, but the purpose of creativity and the question of implementing it is.” Thus it seems that Brümmer strikes an irrational path in order to connect himself to reality. To make sure that it works the clue is the final performance in front of the audience. “This is a privileged situation”, he says. To him it means kind of an esteem, which is fundamentally important for the progress of his work.

In Bruemmer’s opinion this artistic process is not bounded necessarily to music or arts in general. “Creativity doesn’t have to be always artistic. This interest to let yourself into such a process is very central: to combine, to assemble, to build up or to destroy something and to have a result in the end – this curiosity is very important.” The possibility to let oneself into such a process or the integration of such processes into a structure is also given in other disciplines. Bruemmer explains that these processes also support the feeling of self-efficacy among artists. It’s not about a status quo but rather about an ongoing advancement. “In my opinion the crucial point is the identification with what you are doing. It’s something which is quite peculiar to artists. Even if they are ambivalent about their own work and can change their attitude once they identify with their work and with what has been born out of them.”

Please read the full interview here (German only).

„Der Moment der Überraschung haftet dem Kreativen immer an. Man lässt sich selber überraschen.“ Interview mit dem Komponisten Ludger Brümmer

Der Komponist Ludger Brümmer war einer der ersten seiner Generation, die sich dem damals neuen Feld der ausschliesslich digital erzeugten elektro-akustischen Musik zuwandte. Er ist einer der Wegbereiter einer musikalischen Gattung, die inzwischen längst über das Wachsen und den mehrfachen Wandel hinaus  ist. Ahnte er das damals bereits? „Künstler sind immer im Hier und Jetzt behaftet. Die Rezeption liegt in der Vergangenheit. Das heißt die Kunst, die wir verstehen, ist auch immer eine Kunst von gestern und einer vorherigen Zeit. Künstler leben auch in der jetzigen Welt und dass sie 50 Jahre weiter leben sollten, macht keinen Sinn. Das Einzige ist, dass sie sich etwas weiter vortasten“, sagt er. Und ein Ziel seiner  Reise stand nie fest: „Man lässt sich auf einen ergebnisoffenen Prozess ein. Dieser Moment der Überraschung haftet dem Kreativen immer an. Man lässt sich selber überraschen.“

Im Gespräch mit Brümmer wird deutlich, dass für ihn die Aspekte der Emotionalität und Sinnlichkeit eine entscheidende Rolle in seiner Arbeit spielen. „Der kreative Prozess ist kein Selbstzweck und es ist auch keine rein kognitive Beschäftigung mit Inhalten, sondern ist immer begleitet von Emotionen.“ Emotionen und die Frage nach dem Sinngehalt leiten ihn primär in seinem Schaffen und seinem Bestreben etwas in die Welt hinaus zu transportieren: „Sinnlichkeit ist für mich eine menschliche Eigenschaft, für die ich eintrete. Es geht darum, dass wir keine allzu abgehobene Kunst machen, sondern uns auch verknüpfen und erden können. Die Kreativität ist für mich daher nicht das Beängstigende, sondern eher die Frage nach dem Sinn der Kreativität, die Frage der Umsetzung.“ Er schlägt somit einen scheinbar irrationalen Weg ein, um sich mit der Realität zu verbinden. Um sich zu vergewissern, ob es funktioniert, ist schließlich die Aufführung vor dem Publikum entscheidend – „das ist eine privilegierte Situation“, sagt er und bedeutet für ihn eine Art Wertschätzung, die essentiell wichtig für den Fortgang seiner Arbeit ist.

Brümmer ist der Meinung, dass ein künstlerischer Prozess nicht notwendigerweise an die Musik bzw. Kunst im Allgemeinen gebunden ist. „Kreativität muss nicht immer künstlerisch sein. Dieses Interesse daran sich solchen Prozessen hinzugeben und zu kombinieren, montieren, aufbauen, zerstören und ein Ergebnis zu haben – diese Neugierde ist etwas ganz Zentrales.“ Die Integration solcher Prozesse oder der Möglichkeit sich solchen Prozessen hinzugeben, kann auch in anderen Disziplinen verwirklicht werden. Brümmer erklärt, dass es genau diese Prozesse sind, die unter Künstlern das Gefühl der Selbstverwirklichung befördern. Dabei handelt es sich nicht um einen Status Quo, sondern eine stetige Weiterentwicklung. „Ich finde das Entscheidende ist die Identifikation mit dem, was man tut. Das ist etwas, das Künstlern ziemlich eigen ist. Auch wenn sie ambivalent zu ihrem eigenen Werk stehen und ihre Haltung mal ändern können, identifizieren sie sich mit ihrem Schaffen und mit dem, was aus ihnen heraus geboren worden ist.“

Das vollständige Interview lesen Sie hier.


Picture Source: Ludger Brümmer

Blog Post by Benjamin Stromberg

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *