Wolfgang Schmiedt

“To me, music is first and foremost a form of communication.” Guitarist Wolfgang Schmiedt on opportunities in improvisation

Dirk Dobiéy Insights, Interview 0 Comments

English Version (German Version Below)

Jazz musician Wolfgang Schmiedt has worked with numerous artists, and he derives his most important message for non-artistic fields from these joint efforts: “How you can build something based on communication, if you listen to each other, this is a trait you may be able to learn from improvising musicians.”

The stage is a platform for communication in many ways, both with the public and between the active musicians. Wolfgang Schmiedt has come to appreciate exactly this during his stage career: “If that [form of communication -Ed.] can take place, you have achieved a great goal. This is opposed to performing on your own, where you do not have to share the love of the audience, but often come to focus on artistry.” Especially in collective improvisation, very special rules apply: “Improvisational ideas are not so much about building a marvellous house of harmony or creating a melody whose beauty is unsurpassed. At the end of the day, the harmonic and melodic playing only matters to some extent. Rhythmics and form are the essential, defining carriers of energy. How fast do I break off, how long do I stick with a thought. Its the arc of suspense. If this form of energy is jointly conceived, it’s all about for how long you endure it together, when you drive things even higher and louder or faster, whatever the energetic parameters may be, and about how long you can bear it logically, and by conceiving it together. One person will go only so far, and another a little further. These are the two great qualities: rhythmics and form.” In an interview with Age of Artists, Schmiedt talks about his artistic career in the GDR [East Germany before the reunification in 1990 -Ed.]: “As a musician, I had to put up with a lot, but I never let them prevent me from expressing my thoughts.This caused me quite a few problems. Personally, I definitely subscribe to the notion of autonomy. As an instrumentalist, I perceive myself in a similar way: I believe very few would say that, this guy sounds like …”

Nowadays, Schmiedt performs in bands and as a solo artist. He also teaches and participates in cultural projects. Nevertheless, he allows room for improvisation and the actual process of musical creativity: “To me, receiving stimuli is a process of being awake that lets you move through your world in an active manner.” While improvisation is all about the moment, Schmiedt also talks about the aspects of long-term project work: “It is always hard to say good-bye to something you have come up with and grown accustomed to. But the willingness to ‘kill your darlings’ is certainly a part of a professional and communicative work approach.”

Access the full interview here (German only).

German Version / Deutsche Version

„Musik ist für mich zuallererst Kommunikation.“ Gitarrist Wolfgang Schmiedt über musikalische Parameter und Chancen in der Improvisation

Der Jazzmusiker Wolfgang Schmiedt hat mit zahlreichen Künstlern zusammengearbeitet und seine wichtigste Botschaft für außerkünstlerische Felder zieht er aus diesen Kollaborationen: „Wie man mit Kommunikation etwas aufbauen kann, wenn man auf- und miteinander hört, das ist eine Qualität, die man sich von improvisierenden Musikern vielleicht abschauen kann.“

Die Bühne ist Plattform für Kommunikation auf vielen Wegen, sowohl mit dem Publikum als auch zwischen den agierenden Musikern. Wolfgang Schmiedt hat während seiner Bühnenkarriere genau das schätzen gelernt: “Wenn das stattfinden kann, hat man ein großes Ziel erreicht. Wenn ich hingegen alleine spiele, dann muss ich zwar die Liebe des Publikums nicht teilen, aber da steht die Artistik schnell mal im Vordergrund. “Gerade in der kollektiven Improvisation gibt es dabei ganz besondere Spielregeln: „Bei improvisatorischen Ideen geht es ja weniger darum, dass man ein wunderbar harmonisches Gebäude aufbaut oder eine Melodie ersinnt, die an Schönheit nicht mehr zu übertreffen ist. Letztlich spielt das harmonische und melodische Spielen nur zum Teil eine Rolle. Was essentiell bestimmend ist als Träger von Energie ist meist Rhythmik und Form. Wie schnell breche ich etwas ab, wie lange dehne ich einen Gedanken aus. Der Spannungsbogen eben. Wenn diese Form von Energie gemeinsam empfunden wird, dass man es genauso lange aushält, dass man es noch höher treibt und lauter wird oder schneller, was auch immer die energetischen Parameter sind, und wie lange man das logisch und gemeinsam gefühlt durchhält. Für den einen ist hier schon Schluss und für den anderen da. Das sind die beiden großen Qualitäten: Rhythmik und Form.“

Im Interview mit Age of ArtistsAoA beschreibt Schmiedt seinen künstlerischen Werdegang in der DDR: “Als Musiker habe ich viel in Kauf genommen und mir nicht nehmen lassen auszudrücken, was ich denke. Das hat mir auch so manche Problematik eingebrockt. Den Autonomiegedanken würde ich mir sehr stark attestieren. Als Instrumentalist
empfinde ich mich ähnlich: ich denke die wenigsten kommen bei mir auf die Idee zu sagen, der klingt doch so ähnlich wie…”

Heute konzertiert Schmiedt in Bands und als Solist, ist aber auch in der Lehre und in kulturellen Projekten tätig. Trotzdem schafft er Raum für Improvisation und den eigentlichen musikalischen Schaffensprozess: “Impulse empfangen empfinde ich immer als einen Prozess der Wachheit, mit der man aktiv durch seine jeweilige Welt geht.“ Während es bei der Improvisation um den Moment geht, beschreibt Schmiedt auch die Aspekte langfristiger Arbeit an Projekten: “Es ist immer schwer, wenn man sich etwas ausgedacht und sich reingehört hat, sich dann davon zu verabschieden. Aber die Bereitschaft zum „kill your darlings“ ist natürlich Teil des professionellen und kommunikativen Arbeitens.”

Lesen Sie das vollständige Interview hier.


Picture and Media Source: Wolfgang Schmiedt
www.wolfgangschmiedt.de

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